Studie: Konsumentenkredite in Europa 2012 weiter rückläufig – Deutschland bildet Ausnahme

• Konsumentenkredite in Europa 2012 insgesamt über 100 Milliarden Euro niedriger als im Vorjahr
• Bestände in Deutschland gegen den Trend leicht gewachsen (+ 0,8 Prozent)


Stuttgart, 04.07.2013 – Im vergangenen Jahr wies der europäische Konsumentenkreditmarkt einen Bestand von 1.056 Milliarden Euro auf, im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 1,9 Prozent. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die von der französischen Crédit Agricole Consumer Finance (CACF) Gruppe, zu der die CreditPlus Bank AG gehört, in 27 EU-Ländern durchgeführt wurde. Seit 2008 ist der Konsumentenkreditbestand in Europa sogar um 8,8 Prozent gesunken. Unter den sechs Ländern, die einen entgegengesetzten Trend zeigen, befindet sich Deutschland: Hier ist der Bestand um 0,8 Prozent gestiegen.

Mit 1.056 Milliarden Euro ausstehenden Konsumentenkrediten macht Europa fast ein Viertel des weltweiten Kreditmarktes aus. Dabei bilden England, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien die wichtigsten Märkte: 76 Prozent des gesamten EU-Konsumentenkreditbestandes stammen aus diesen fünf Ländern, die 63 Prozent der EU-Bevölkerung ausmachen.

Mit 225 Milliarden Euro an Konsumentenkrediten liegt die Bundesrepublik auf dem zweiten Platz nach Großbritannien (251 Milliarden Euro).  An dritter Stelle folgt Frankreich mit 149 Milliarden Euro. Mit einem Plus von 0,8 Prozent gehört Deutschland zu den sechs der insgesamt 27 EU-Länder, die im letzten Jahr einen Zuwachs verzeichnen konnten.

Am deutlichsten ist der slowenische Konsumentenkreditmarkt gewachsen (+ 10,1 Prozent). Aber auch in Finnland (3,5 Prozent), Estland (1,5 Prozent), Schweden (1,4 Prozent) und Belgien (0,5 Prozent) haben die Kreditbestände zugelegt. Dagegen verzeichnen die anderen 21 der 27 EU-Nationen zum Teil erhebliche Rückgänge: Irland (-14,5 Prozent), Portugal (-12,7 Prozent), Ungarn (-11,8 Prozent) und Lettland (-10,6 Prozent).

Konsumlaune der Deutschen schlägt sich nicht 1:1 in Kreditaufnahme nieder – Pro-Kopf-Verschuldung durch Konsumentenkredite von 2.741 Euro daher relativ niedrig

„Die Konsumlaune ist in Deutschland aufgrund der Eurokrise zwar besser als in anderen europäischen Ländern. Doch im Vergleich sind die Verbraucher in Deutschland eher zurückhaltend bei der Aufnahme von Konsumentenkrediten“, sagt Jan W. Wagner, Vorstandsvorsitzender der CreditPlus Bank. Zwar gelte ein Konsumentenkredit hierzulande längst nicht mehr als Tabu – doch entscheidet man sich in Deutschland laut Wagner ganz bewusst für einen Kredit und achtet darauf, dass die Raten mit dem verfügbaren Budget gut abzuzahlen sind. „Die Eurokrise hat hier auch dazu geführt, dass für Anschaffungen eher das Ersparte herangezogen wird“, so Wagner.

So erklärt sich auch die in Deutschland im Vergleich zu Großbritannien niedrige Pro-Kopf-Verschuldung durch Konsumentenkredite in Höhe von 2.741 Euro (-1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Die Briten liegen mit 3.984 Euro pro Staatsbürger vor Zypern (3.928 Euro), Irland (3.007 Euro) und Dänemark (2.913 Euro) deutlich darüber. Dahinter folgen Griechenland mit 2.808 Euro und Österreich mit 2.741 Euro. Die geringsten Konsumentenkreditbestände pro Kopf weist Litauen mit 186 Euro auf.


Weitere Infos zu den Studienergebnissen finden Sie hier.

Eine Infografik steht hier zum Download bereit.

 

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