Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Wofür sparen die Deutschen?

Sparen gilt als typisch deutsches Verhalten. Aber trifft dieses Klischee auch in Zeiten niedriger Zinsen noch zu? Person steckt eine Münze in ein Sparschwein

In einer Studie im Auftrag der Norisbank wurde ermittelt, wofür die Deutschen eigentlich sparen – neue Möbel, ein Auto, den Urlaub oder doch die Absicherung im Alter? Außerdem interessierte die Meinungsforscher, wie viel und auf welche Weise die Bundesbürger zurücklegen.

Meist kurz- und mittelfristige Sparziele

Die Umfrage, die das Unternehmen Innofact für die Norisbank mit 1.037 Personen durchgeführt hat, zeigt einen klaren Sieger bei den Sparzielen der Deutschen. Und dieser ist weniger spießig, als viele der Deutschen erwarten würden: 38 Prozent legen Geld zurück, um sich damit einen schönen Urlaub zu leisten. Auf Platz zwei folgt dann allerdings doch das vermeintlich liebste Kind der Deutschen: Rund ein Viertel der Befragten möchte sich mit den Ersparnissen ein Auto oder ein Motorrad kaufen. Etwa 20 Prozent sparen für frischen Wind in den eigenen vier Wänden und möchten die Ersparnisse in neue Möbel oder eine Renovierung investieren. Die Studie zeigt, dass viele Bundesbürger nicht für die ferne Zukunft sparen, sondern sich kurz- bis mittelfristig einen Wunsch erfüllen wollen. Großinvestitionen wie ein Immobilienkauf sind nur für neun Prozent ein Sparziel. Rund 25 Prozent nehmen die Absicherung im Alter ernst und sparen für ihre Altersvorsorge. Die Verteilung auf die Altersgruppen ist dabei naheliegend: Während nur 18 Prozent der 18- bis 34-Jährigen bereits für ihr Alter sparen, sind es bei den 35- bis 49-Jährigen schon über 25 Prozent. Besonders wichtig wird das Sparen fürs Alter dann unmittelbar vor der Rente: In der Altersgruppe bis 69 Jahren spart fast ein Drittel für den anstehenden Ruhestand.

Wer spart mehr – Männer oder Frauen?

Insgesamt legt jeder Deutsche im Durchschnitt 166 Euro pro Monat zurück, also im Jahr fast 2.000 Euro. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Männern und Frauen: Während Frauen im Monat durchschnittlich 128 Euro auf die hohe Kante legen, sind es bei den Männern 201 Euro, mit denen sie ihr Sparschwein füttern. Ob das allerdings tatsächlich bedeutet, dass Frauen weniger sparsam sind, sei dahingestellt. Eine andere Erklärung wäre, dass die ungleichen Einkommensverhältnisse dafür sorgen, dass Frauen oft weniger zurücklegen können als ihre männlichen Kollegen. Auch über regionale Vorurteile liefert die Studie interessante Ergebnisse: Die Teilnehmer wurden gefragt, in welchem Bundesland die Menschen ihrer Meinung nach am meisten sparen. Das Ergebnis: 37 Prozent hielten die Baden-Württemberger für besonders sparsam und bekräftigten damit das Vorurteil vom geizigen Schwaben. Auf Platz zwei landeten die Bayern mit 15 Prozent. Von den beiden hanseatischen Stadtstaaten Hamburg und Bremen glaubte dagegen nur  jeweils ein Prozent der Studienteilnehmer, dass dort besonders sparsame Menschen leben.

Wie die Deutschen am liebsten sparen

Niedrigzinsen hin oder her: Die beliebteste Anlageform der Deutschen ist und bleibt das Sparbuch. Fast die Hälfte der befragten Bundesbürger hat eines, auch wenn hier aktuell kaum Renditen zu erwarten sind. Auch das Tagesgeldkonto ist beliebt bei den Bundesbürgern. Jeder Dritte nutzt es, um zumindest etwas höhere Zinsen zu erhalten und doch möglichst flexibel zu bleiben und schnell auf die Ersparnisse zugreifen zu können. Wer für einen bestimmten Zeitraum auf das Geld verzichten kann, entscheidet sich für eine Anlage als Festgeld: 15 Prozent der Befragten haben das getan. Doch ein auffallend großer Teil der Deutschen bringt die Ersparnisse nicht oder nur teilweise zu einem Kreditinstitut: Ungefähr jeder Dritte verwahrt Geld zu Hause, und zwar im Sparschwein, in einem Tresor oder „ganz klassisch“ unter der Matratze.

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