Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Wo gibt es die besten Gehälter?

Ein Gehaltsvergleich in Deutschland zeigt: Wie viel Sie verdienen, hängt maßgeblich davon ab, wo Sie wohnen. „Gleiches Geld für gleiche Arbeit” klingt zwar gut, geht aber an der Realität vorbei. Frau im grünen Kleid schaut gierig auf das Geld in ihrer Hand

 

Der Gehaltsatlas untersucht und bewertet 750.848 Gehälter aus den vergangenen zwölf Monaten und zeigt die Unterschiede auf.

Hessen liegt vorn

Arbeitnehmer in Hessen führen die Gehaltstabelle klar an: Ihr Einkommen liegt 12,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, gefolgt von Baden-Württemberg (Plus 10 Prozent) und Bayern (Plus 6,4 Prozent). Schlecht schneiden dagegen die neuen Bundesländer ab: Sie erreichen, abgesehen von Berlin, weniger als 80 Prozent des Bundesdurchschnitts. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern, das gegenüber dem Durchschnitt sogar ein Minus von 26,5 Prozent ausweist.

Auch Berufseinsteiger verdienen in Hessen am besten

Das hohe Lohnniveau in Hessen gilt schon für Berufseinsteiger. Nach Abschluss einer Ausbildung beträgt das Gehalt eines Berufseinsteigers dort im Schnitt 33.509 €, das eines Akademikers sogar durchschnittlich 51.517 €. Und auch hier schneiden die neuen Bundesländer schlecht ab: Ein Akademiker in Mecklenburg-Vorpommern kommt mit 33.587 € gerade einmal auf ein ähnliches Gehalt wie Einsteiger nach der Ausbildung in Hessen. Und Berufseinsteiger nach einer Ausbildung liegen hier mit 21.847€ knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn.

Landeshauptstädte in Süddeutschland attraktiv

Betrachtet man statt der Bundesländer nur deren Hauptstädte, liegt Stuttgart mit einem Lohnniveau von 127,6 Prozent an der Spitze der Tabelle; München folgt mit 126,1 Prozent knapp dahinter. Auch bei dieser Auswertung liegen die neuen Bundesländer hinten und Schwerin als Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern bildet mit 76,1 Prozent hier das Schlusslicht. Berlin wirkt als Bundeshauptstadt und Start-up-Hochburg anziehend, vor allem auf junge Leute, und erreicht daher immerhin ein Lohnniveau von 93,6 Prozent. Bei der Einordnung der neuen Bundesländer stellt Berlin also eher eine Ausnahme dar.

Wie lassen sich diese Unterschiede erklären?

Es gibt eine ganze Reihe von Gründen für diese regionalen Unterschiede bei den Gehältern. Einige sind naheliegend: So müssen Firmen in Ballungsräumen mehr zahlen, um höhere Lebenshaltungskosten und Mieten auszugleichen. Mehr Firmen an einem Ort heißt auch mehr Konkurrenz, mehr Kampf um qualifizierte Arbeitnehmer, also höhere Gehälter.

Außerdem zeigt sich, dass die Größe einer Firma maßgeblich Einfluss auf die Bezahlung hat. Große Unternehmen mit über 1.001 Mitarbeitern zahlen teilweise doppelt so hohe Gehälter wie kleinere Firmen. Damit lässt sich zumindest auch im Ansatz das schlechte Abschneiden der neuen Bundesländer erklären, denn die großen DAX-Unternehmen haben ihren Sitz überwiegend in den alten Bundesländern, während sich in den neuen eher kleine bis mittelgroße Firmen befinden. 

Frauen bekommen überall weniger

Im Gehaltsatlas wurde auch die sogenannte Entgeltlücke berücksichtigt. Hierbei werden Gehälter ausschließlich nach Geschlecht betrachtet und sonstige strukturelle Faktoren ausgeklammert. Wenig verwunderlich: Frauen verdienen überall weniger. Im Bundesdurchschnitt liegt diese Entgeltlücke bei 22 Prozent. Betrachtet man aber die Zahlen der einzelnen Bundesländer, zeigen sich deutliche Unterschiede. Und hier tut sich ein neues Bundesland sehr positiv hervor: In Brandenburg liegt die Entgeltlücke nämlich “nur” bei 16,7 Prozent, in Baden-Württemberg dagegen bei ca. 27 Prozent. 

Keine Überraschung: Studium zahlt sich in der Regel aus

Gehälter unterscheiden sich im Übrigen nicht nur nach Bundesländern, sondern auch nach Branchen. In Berlin sind Angestellte in der Biotechnologie besonders gefragt und damit gut bezahlt, in Hamburg dagegen Bankangestellte. Generell finden sich ganz oben auf der Liste der Top-Verdiener Ärzte, Fondsmanager und Bänker, während Berufe im Hotel- und Gaststättengewerbe durchweg schlecht abschneiden – in allen Bundesländern. Das liegt sicherlich auch daran, dass diese Berufe häufig von nicht ausgebildetem Personal übernommen werden. So bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass eine gute Ausbildung – insbesondere ein Studium – in der Regel den Zugang zu einem guten Gehalt erleichtert.

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