Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Wie viel Taschengeld bekommen Kinder?

Viele Eltern in Deutschland fragen sich, wie viel Taschengeld sie ihren Kindern geben sollen. Laut einer aktuellen Umfrage gehen die Meinungen auseinander. Kleiner Junge auf einem roten Stuhl an einem Holztisch hält zwei Hände voll Münzen

 

Die durchschnittliche Höhe des Taschengelds ist in den vergangenen Jahren gestiegen.

Sechs- bis Neunjährige bekommen im Schnitt 3,60 Euro pro Woche

In der repräsentativen Umfrage „Taschengeld“ hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Versicherers CosmosDirekt 500 Eltern von sechs- bis neunjährigen Kindern befragt. Es ging um die Frage, wie viel Taschengeld die Grundschüler pro Woche erhalten. Im Schnitt sind es 3,60 Euro, allerdings mit deutlichen Ausschlägen in beide Richtungen: So bekommen 16 Prozent der Kinder wöchentlich weniger als zwei Euro, 15 Prozent dagegen fünf Euro oder mehr. 17 Prozent bekommen zwei bis drei Euro und sieben Prozent erhalten drei bis fünf Euro. Allerdings können 40 Prozent der Kinder zwischen sechs und neun Jahren ihr Sparschwein nicht regelmäßig füttern: Sie bekommen gar kein Taschengeld.

Jungen und Mädchen erhalten ungefähr gleich viel

Zwischen den Geschlechtern ist die Höhe des Taschengelds relativ ausgeglichen: Mädchen bekommen im Schnitt 3,60 Euro in der Woche, Jungen 3,50 Euro. Allerdings ist der Anteil der Kinder, die kein Taschengeld erhalten, unter den Mädchen mit 41 Prozent etwas höher als unter den Jungen (39 Prozent).

Wie viel Taschengeld gab es in den vergangenen Jahren?

Gegenüber 2013 ist der Mittelwert bei der Taschengeldhöhe um 70 Cent angestiegen – in dem Jahr erhielten noch 24 Prozent der Kinder weniger als zwei Euro pro Woche und nur elf Prozent fünf Euro oder mehr. Besonders deutlich war aber der Anstieg von 2016 zu 2017: Während im vergangenen Jahr der Mittelwert noch bei 3,20 Euro in der Woche lag, sind es nun 3,60 Euro und damit ganze 40 Cent mehr.

Durch Taschengeld lernen Kinder den Umgang mit Geld

Wie viel Taschengeld Kinder genau bekommen, ist zweitrangig. Wichtig ist vor allem, dass der Nachwuchs überhaupt regelmäßig eine eigene Summe erhält und so lernen kann, mit Geld umzugehen. Nicole Canbaz, Vorsorgeexpertin bei CosmosDirekt, erklärt: „Selbst kleine Beträge helfen unseren Jüngsten dabei, Schritt für Schritt den Umgang mit Geld zu lernen. Dafür sollten die Kinder allerdings auch frei über ihr Budget verfügen können. Nur so üben sie, eigenverantwortlich damit umzugehen.“

Alter oder Leistung entscheidend?

In der Umfrage wurde auch ermittelt, woran die Eltern die Höhe des Taschengeldes festmachen. Dabei ist das Alter für 65 Prozent der Eltern das ausschlaggebende Kriterium. 16 Prozent richten sich nach der Klassenstufe und nutzen damit einen ähnlichen Maßstab. 20 Prozent machen das Taschengeld aber auch vom Verhalten des Kindes abhängig und für elf Prozent spielen die Schulnoten eine zentrale Rolle bei der Höhe.

Taschengeldempfehlung: Was das Familienministerium rät

Für Eltern, die unsicher sind, wie viel Taschengeld sie geben sollen, gibt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Taschengeldempfehlung. Auch dort wird eine Staffelung nach Alter vorgeschlagen. Kinder unter zehn Jahren sollen dabei ihr Taschengeld wöchentlich erhalten, weil es ihnen schwer fällt, für den ganzen Monat zu planen. Ältere können dagegen einen monatlichen Betrag bekommen. Für Kinder unter sechs Jahren empfiehlt das Ministerium zum Beispiel 50 Cent bis einen Euro pro Woche, Siebenjährige sollen 1,50 Euro bis zwei Euro wöchentlich erhalten und Neunjährige 2,50 Euro bis drei Euro. Für Zehnjährige liegt die Taschengeldempfehlung bei 15 Euro bis 17,50 Euro im Monat. Dreizehnjährige sollen 22,50 Euro bis 25 Euro monatlich bekommen und Sechzehnjährige 37,50 Euro bis 45 Euro. Für Volljährige werden 60 bis 75 Euro Taschengeld im Monat empfohlen.

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