Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Wer nimmt die höchsten Autokredite auf?

Das Auto ist nach wie vor der Deutschen liebstes Kind. So verwundert es wenig, dass viele Autofahrer ihren Traum vom neuen fahrbaren Untersatz mithilfe einer Autofinanzierung verwirklichen.
Modellautos auf unterschiedlich hohen Münzstapeln

 

Das Vergleichsportal CHECK24 hat untersucht, wer 2017 in Deutschland die höchsten Autokredite aufgenommen hat.

Hamburger sind Spitzenreiter

Von Bundesland zu Bundesland sind bei der Autofinanzierung durchaus Unterschiede erkennbar. Besonders viel lassen sich die Hamburger ihr Schmuckstück kosten: Im Schnitt nehmen sie einen Kredit von 14.805 Euro für ihr neues Auto auf. Damit bewegen sie sich fast 1.000 Euro über dem Bundesdurchschnitt, der bei 13.852 Euro liegt. 

Auch die Bayern und Baden-Württemberger greifen für ein neues Fahrzeug tief in die Tasche: Sie nehmen durchschnittlich Autokredite in Höhe von 14.687 Euro beziehungsweise 14.614 Euro auf. Vielleicht lässt sich daraus schließen, dass die Einwohner in den süddeutschen Bundesländern sich vornehmlich die eher hochpreisigen Karossen leisten, die in ihren jeweiligen Gebieten gefertigt werden. 

Vergleichsweise sparsam geben sich dagegen die Saarländer, deren Autokredite im Schnitt bei 12.880 Euro liegen und die damit sozusagen die Schotten unter den Deutschen darstellen. Auch in Sachsen (13.135 Euro) und Schleswig-Holstein (13.138 Euro) sind die durchschnittlichen Kreditsummen vergleichsweise niedrig. Nah am Bundesdurchschnitt bewegen sich die Autokäufer in Rheinland-Pfalz mit 13.782 Euro als durchschnittliche Kreditsumme.

Niedrige Zinsen machen Kreditkauf attraktiv

Ein Blick auf die niedrigen Zinsen macht deutlich, warum ein Autokauf auf Kredit derzeit tatsächlich interessant ist: Autokäufer konnten sich 2017 das Geld für ihr Auto im Schnitt zu einem effektiven Jahreszins von 3,04 Prozent leihen. 2011 lag der entsprechende Zins noch bei 5,78 Prozent effektiv – das bedeutet fast eine Halbierung. Die Konditionen für einen Kreditkauf sind also so günstig wie fast nie.

Zudem sind andere Möglichkeiten oft weniger attraktiv. Da die wenigsten Käufer eine solche Summe aus dem laufenden Einkommen abzweigen können, wäre die Alternative das Ansparen des Kaufpreises über Monate oder vielleicht sogar Jahre hinweg – allerdings gibt es auf einem Sparkonto aktuell so gut wie keine Zinsen mehr.

Dazu kommt: Ein Autokäufer ist zurzeit in einer vorteilhaften Position. Er kann sich über einen Autokredit das Geld für den Kauf zu einem niedrigen Zinssatz leihen und dann dem Autohändler beim Kauf Barzahlung anbieten. Das verschafft ihm eine starke Verhandlungsposition und kann hohe Rabatte bringen – er profitiert also sogar in zweifacher Hinsicht.

Männer nehmen höhere Kredite auf als Frauen

Die Untersuchungen von CHECK24 zeigen noch etwas anderes: Frauen nehmen in der Regel niedrigere Kredite für ein Auto auf als Männer. Während Männer im Durchschnitt ihr Wunschauto mit 14.494 Euro finanzieren, liegt dieser Wert bei Frauen nur bei 11.810 Euro – also 23 Prozent niedriger. Ein Grund hierfür könnte in den geringeren Einkommen von Frauen liegen. Zum einen wollen oder können sie daher weniger Geld für einen Autokauf aufwenden, zum anderen ist das zur Verfügung stehende Gehalt aber auch ein wesentlicher Faktor, den eine Bank bei der Kreditvergabe zur Bewertung heranzieht. Ein geringeres Einkommen bedeutet daher auch häufig einen kleineren Kreditrahmen.  

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