Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Was den Bundesbürgern 2018 wichtig ist

Geld zu haben ist gut und schön. Aber wirklich wichtig sind den Deutschen ganz andere Dinge. Das unterstreicht der Werte-Index 2018. Person reißt Papier auf, darunter erscheint das Wort "Wertewandel"

 

Der Werte-Index analysiert alle zwei Jahre Diskussionsbeiträge in deutschsprachigen Social-Media-Kanälen. Im Vergleich zu seiner Ausgabe von 2016 gab es an der Spitze einen Wechsel der Prioritäten.

Neuen Tönen im Wertekanon auf der Spur

Die Deutschen gelten als beständig in ihren Überzeugungen. In der Welt stehen sie schon lange vor allem für Disziplin und Pünktlichkeit. Doch dieser Eindruck täuscht. Tatsächlich geht es den Deutschen weniger um diese fast schon sprichwörtlichen Tugenden. Und die bundesrepublikanische Gesellschaft ändert ihre Meinung über die wichtigen Dinge im Leben durchaus öfter. Ein guter Gradmesser dafür sind ihre Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Das jedenfalls glauben die Trendforschungs- und Marketingberatungsagentur Trendbüro und das Marktforschungsinstitut Kantar TNS. Gemeinsam mit den Kommunikationsberatern von ORCA van Loon Communications GmbH bringen sie im zweijährigen Rhythmus den Werte-Index heraus. Für die jüngste Ausgabe nahmen sie zwischen März 2016 und Februar 2017 vier Millionen Postings der populärsten deutschen Websites, Communitys und Blogs unter die Lupe.

Die Top-3-Werte der Deutschen

Die aktuelle Erhebung verzeichnet einen Wertewandel. So ist den Deutschen mittlerweile die Natur am wichtigsten. Im Report von 2016 war das noch die Gesundheit, die nun auf Platz zwei liegt. Der neubesetzte Spitzenplatz ist zugleich eine Premiere. Erstmals seit dem Start des Werte-Index 2009 hat es das Thema Natur auf den ersten Platz geschafft. Der Grund: Die meisten Beiträge widmeten sich ihrer Ursprünglichkeit sowie ihrer Rolle als Quell von Seelenfrieden und Kraft. Auch Umweltveränderungen sowie Umwelt- und Klimaschutz waren oft Thema.

Sich selbst begreifen die Deutschen offensichtlich ebenfalls als eine Art Ökosystem, in das sie sogar gern eingreifen. Denn geht es ihnen um Gesundheit, dann ist besonders oft von Selbstoptimierung die Rede. Hier vollzieht sich ein interner Wertewandel: Vom laienmedizinischen Austausch hin zu einfachen Statusmeldungen über das eigene Befinden. Das wird nicht nur in textlicher Form, sondern auch gern mit Fotos, zum Beispiel auf Instagram, der Öffentlichkeit präsentiert.

Nach einem Sprung um drei Plätze landet das Thema Familie im Werte-Index 2018 auf der dritten Position. Dafür sorgen viel diskutierte Rituale und Routinen innerhalb der engsten Verwandtschaft. Sie würden geradezu „zelebriert“, wie es zur Erhebung heißt. Überhaupt hat die Familie an sich an Wert gewonnen. Auch der Mut zur Gelassenheit übertrumpft in dieser Rubrik den bislang präferierten Anspruch auf Perfektion in der Familie.

Die Absteiger im Werte-Index

Zum ersten Mal nicht auf dem Werte-Treppchen vertreten: Freiheit. Dieses Ideal rangiert nun auf Platz vier. Auch hier hat sich der inhaltliche Schwerpunkt geändert. Ging es früher um politische Freiheit, so dominiert heute zum Beispiel ihr Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Runter im Wertekanon ging es auch mit dem Erfolg. Im vorherigen Werte-Index noch auf Rang drei, findet er sich aktuell auf dem sechsten Platz wieder – direkt hinter Sicherheit. 

Was sollen uns diese Werte und ihr Stellenwert sagen?

Die Initiatoren der Studie ziehen daraus folgenden Schluss: Der festgestellte Wertewandel vollzieht sich auf Basis von Globalisierung und Migration. Beides sind aktuelle Faktoren des Unbekannten, mit dem sich eine Gesellschaft immer auseinandersetzen muss. Die heutigen Herausforderungen sind geprägt von technologischen Entwicklungen wie Robotik und Künstliche Intelligenz. In diesem neuen Umfeld heben sich Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit als Werte neu definieren. Künftig müssen es die Menschen „in einer globalisierten, technisierten Welt schaffen, gut miteinander zu leben“.

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