Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Verpflichtungsgefühl bei Schulden

Für die Deutschen macht es einen großen Unterschied, bei wem sie Schulden zu begleichen haben: Wenn sie der Familie oder Freunden Geld schulden, fühlen sie sich am stärksten verpflichtet. Junger Mann im Anzug und mit Brille hält ein paar Geldscheine in der Hand

 

Gegenüber einem Online-Händler führen sich die Deutschen dagegen weniger verpflichtet. In anderen Ländern sind die Prioritäten allerdings anders gelagert: Hier ist das Pflichtgefühl gegenüber Banken am stärksten.

Schlechtes Gewissen bei Schulden

Im Auftrag der EOS Gruppe hat das Marktforschungsinstitut Forsa jeweils über 1.000 Erwachsene zwischen 18 und 69 Jahren in Deutschland, den USA und Russland befragt. Dabei ging es um ihr Verhältnis zu Schulden und die aktuelle finanzielle Situation. Die Ergebnisse sind in der „EOS Schulden Studie 2017“ zusammenfasst.  Diese zeigt die unterschiedlichen Mentalitäten der drei Länder auf. Eines haben aber alle drei gemeinsam: Es fühlt sich für die Befragten schlecht an, wenn sie ihre Schulden nicht begleichen können. Mit 91 Prozent Zustimmung sind die Deutschen besonders pflichtbewusst, doch auch in Russland und den USA haben 76 Prozent ein schlechtes Gewissen, wenn sie Schulden machen und diese nicht zurückzahlen können.

Schulden begleichen: Familie und Freunde gehen vor

Bei der Frage, welche Schulden am stärksten verpflichten und deshalb als erstes zurückgezahlt werden, gehen die Meinungen auseinander: In Deutschland wollen 29 Prozent zuerst Schulden bei ihren Angehörigen begleichen. In den USA hat die Rückzahlung bei der Familie nur für 18 Prozent Priorität, in Russland sogar nur für 13 Prozent. Wenn die Bundesbürger sich von Freunden oder Kollegen Geld leihen, sieht es ähnlich aus: Hier fühlen sich 28 Prozent zu einer schnellen Rückzahlung verpflichtet – in den USA sind es zehn Prozent und in Russland neun. Klaus Engberding, Vorsitzender der Geschäftsführung der EOS Gruppe, kommentiert: „Für die Deutschen sind die Finanzen eine sehr persönliche Angelegenheit.“

Russen und US-Amerikaner fühlen sich besonders gegenüber Banken verpflichtet

In den anderen beiden Ländern ist das Pflichtgefühl gegenüber persönlichen Kontakten in Finanzdingen geringer ausgeprägt. Dort bekommt ein anderer Gläubiger sein Geld zuerst zurück: Russen und US-Amerikaner empfinden die Verpflichtung gegenüber einer Bank am stärksten. 60 Prozent der Befragten in Russland und 48 Prozent in den USA möchten einen Kredit bei einem Geldinstitut schnellstmöglich zurückzahlen. Hierzulande erreicht die Bank mit 26 Prozent dagegen nur den dritten Rang und landet hinter nahestehenden Personen.

Händler bekommen ihr Geld als letzte – offline und online

Relativ ähnlich ist das Bild in den drei Ländern, wenn es darum geht, Rechnungen bei Händlern zu begleichen. Nur für wenige Umfrageteilnehmer sind dies die drängendsten Schulden. Einen kleinen Unterschied gibt es aber zwischen Online-Shop und Ladengeschäft: Ein Händler oder Dienstleister vor Ort bekommt sein Geld etwas schneller als ein Online-Händler. In Deutschland bezahlen sechs Prozent zuerst ihre Rechnungen vor Ort (USA: Sieben Prozent, Russland: Drei Prozent) und nur drei Prozent fühlen sich besonders einem Online-Händler verpflichtet (USA: Fünf Prozent, Russland: Zwei Prozent). Möglicherweise spielt es also eine Rolle, ob die Kunden persönlichen Kontakt zum Verkäufer hatten oder lediglich im Internet bestellt haben. Diese Erkenntnis beurteilt Klaus Engberding als wichtig für Online-Händler. Er rät: „Für sie ist es empfehlenswert, eine möglichst enge persönliche Bindung zum Käufer aufzubauen, um die Quote der Zahlungsausfälle möglichst gering zu halten.“

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