Kategorie: Ratgeberthemen

Schufa: Basisscore und Branchenscore

Der Schufa-Score ist ein wichtiger Faktor, wenn es um den Abschluss einer Finanzierung aber auch von anderen Verträgen geht. Dabei gibt es gar nicht den einen Score. Das Wort "Schufa" wird in einem Duden mit einem Textmarker pink markiert

 

Unterschieden wird dabei nach Schufa-Basisscore und Schufa-Branchenscore.

Bedeutung: Wozu dient das Schufa-Scoring?

Der Schufa-Score ist das Ergebnis einer Wahrscheinlichkeitsrechnung. Er gibt an, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich es ist, dass Sie einen Kredit vertragsgemäß bedienen können. Das Wort „Kredit“ muss in diesem Rahmen etwas weiter gefasst werden als das Darlehen von der Bank: Auch wenn Sie online etwas auf Rechnung bestellen, ist das oft nur möglich, wenn Ihr Schufa-Score stimmt. Denn der Händler geht in Vorleistung und will möglichst sicher sein, dass Sie die Rechnung auch bezahlen.

Wie hoch Ihre Schufa-Scores sind, können Sie in der Datenübersicht sehen, die Sie einmal pro Jahr kostenlos anfordern können. Die sogenannte Schuf-Selbstauskunft, die zum Beispiel Vermieter häufig von Wohnungsinteressenten verlangen, enthält übrigens keine Score-Werte.

Unterschied zwischen Basis- und Branchenscore

Der Basisscore der Schufa dient Ihnen vor allem zur Selbsteinschätzung. An Geschäftspartner wird immer der jeweilige Branchenscore übermittelt. Für die Berechnung beider Scores nutzt die Schufa die über Sie gesammelten Daten. Die genauen mathematischen und statistischen Verfahren für die Berechnung sind allerdings geheim.

Der Schufa Basisscore: Sicherheit in Prozent

Der Schufa Basisscore liegt bei einem Wert zwischen 0 und 100 und entspricht der prozentualen Wahrscheinlichkeit, mit der Sie Ihren Kredit vertragsgemäß begleichen. 

  • Unter 50: sehr kritisches Risiko
  • 50 bis 80: sehr hohes Risiko
  • 80 bis 90: hohes bis deutlich erhöhtes Risiko
  • 90 bis 95: erhöhtes bis zufriedenstellendes Risiko
  • 95 bis 97,5: überschaubares bis geringes Risiko
  • Über 97,5: sehr geringes Risiko

Ein guter Basisscore allein ist allerdings wenig aussagekräftig. Sehr viel wichtiger ist der Branchenscore. Bei Kreditgeschäften spielt außerdem Ihre Einkommenssituation eine wichtige Rolle, die im Schufa-Score überhaupt nicht berücksichtigt wird.

Der Schufa Branchenscore: Ratingstufen für verschiedene Geschäfte

Den Branchenscore ermittelt die Schufa für verschiedene Geschäftszweige, wie etwa:

  • Einzelhandel
  • (Online-)Versandhandel
  • Banken
  • Kleingewerbetreibende
  • Freiberufler
  • Immobilien

Der Score kann sich von Branche zu Branche stark unterscheiden, denn dass Sie die neuen Schuhe aus dem Online-Shop fristgerecht bezahlt haben, heißt nicht, dass Sie auch eine langfristige Hypothekenrate ebenso zuverlässig zahlen werden.

Je nach Branche variiert sogar die Scala für die Einstufung. Meist ist der höchstmögliche (beste) Wert 9.999 Punkte. Für Auto- und Direktbanken aber zum Beispiel liegt der Spitzenwert bei 1.000 Punkten. Den Punkten entsprechend erhalten Sie ein Rating von A (sehr gut) bis M (schlecht), wenn Sie keine negativen Schufa-Einträge haben. Bei Negativmerkmalen kann das Rating auch auf N, O oder P fallen. Es gibt für jede Branche eine eigene Score-Tabelle.

Bei einem A-Rating etwa besteht nur ein Ausfallrisiko von rund 0,85 Prozent – damit sind Sie ein gern gesehener Geschäftspartner. Mit einem M im Branchenscore werden Sie den Kredit mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 35 Prozent nicht begleichen – und deshalb sehr wahrscheinlich bei vielen Banken keinen eingeräumt bekommen. Der Branchenscore der Schufa ist stets nur eine Einschätzung. Letztlich liegt die Entscheidung über einen Vertragsabschluss bei Ihrem jeweiligen Geschäftspartner.

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