Kategorie: Aktuelle Kreditthemen

Privatinsolvenz wird immer seltener

In Deutschland müssen von Jahr zu Jahr immer weniger Menschen eine Privatinsolvenz anmelden. Dies belegt eine Studie. Mann zeigt seine leeren Hosentaschen

 

Die Studie "Schuldenbarometer 1. Halbjahr 2017" der Auskunftei CRIF Bürgel hat sich deutsche Privatinsolvenzen einmal genauer angeschaut.

Seit Jahren positive Entwicklung

Der niedrigste Wert seit 2005 und der siebte Rückgang in Folge: Nur 45.145 Bürger haben sich so stark überschuldet, dass sie im ersten Halbjahr 2017 eine Privatinsolvenz anmelden mussten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Zahl der Privatinsolvenzen um 13,2 Prozent gesunken. Der Grund dafür ist laut der Studie vor allem die gute Wirtschaftslage in der Bundesrepublik: Durch solide Arbeits- und Einkommensverhältnisse haben die Bundesbürger mehr Geld und sind so besser vor Überschuldung geschützt. Außerdem führen mittlerweile viele stark verschuldete Bürger ein Pfändungsschutzkonto. Das erspart es ihnen, eine Privatinsolvenz anzumelden, da ihr Einkommen ohnehin nur gering ist und unter dem pfändbaren Betrag liegt.

Starkes Nord-Süd-Gefälle bei der Überschuldung

Auffällig: Im Norden der Republik werden deutlich mehr Privatinsolvenzen angemeldet als im Süden. Im bundesweiten Durchschnitt haben 55 von 100.000 Einwohnern in der ersten Jahreshälfte eine private Insolvenz angemeldet. In Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen liegt der Wert aber zwischen 71 und 81. Ähnlich hoch ist die Quote mit 74 nur noch beim regionalen Ausreißer Saarland. Auch Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt liegen mit 63 bis 68 noch deutlich über dem Durchschnitt. Thüringen bildet mit 55 den geografischen und statistischen Mittelpunkt. In den südlichen Bundesländern sieht es insgesamt rosiger aus – am besten in Hessen mit lediglich 40 Privatinsolvenzen auf 100.000 Einwohner.

Sechs Hauptgründe für die Privatinsolvenz

Die Gründe für eine Privatinsolvenz sind laut Schuldenbarometer in vielen Fällen ähnlich:

  • Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeitszeit
  • geringes Einkommen
  • gescheiterte Selbstständigkeit
  • Krankheit
  • familiäre Veränderungen (zum Beispiel Scheidung)
  • unwirtschaftliche Haushaltsführung

Auffällig ist, dass sich deutlich mehr Männer als Frauen finanziell übernehmen: 59,1 Prozent der Privatinsolvenzen im ersten Halbjahr 2017 betrafen Männer.

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