Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Glücklich im Job: Warum Geld nicht alles ist

Was macht Arbeitnehmer in ihrem Job wirklich glücklich? Die zufriedensten Beschäftigten Deutschlands leben laut einer Studie in München, die unzufriedensten in Leipzig. Junger Mann schaut von seiner Arbeit am Schreibtisch auf

 

Eins gleich vorweg: Es ist nicht die Höhe des Gehalts, was darüber entscheidet, ob ein Angestellter glücklich oder unglücklich mit seiner Arbeit ist. So lassen sich zwei der wichtigsten Erkenntnisse aus dem groß angelegten Job Happiness Index des Online-Jobportals „Indeed“ zusammenfassen.

Work-Life-Balance ist wichtiger als Geld

Im Rahmen der Studie analysierte der international tätige Jobvermittler etwa 25.000 Unternehmensbewertungen von mehr als 10 Millionen Menschen aus 35 Ländern – darunter 23.000 deutsche Arbeitnehmer. Dabei war ein eindeutiger Trend zu erkennen: Es sind nicht harte Faktoren wie Geld oder Sicherheit des Arbeitsplatzes, die für die Zufriedenheit von Arbeitnehmern entscheidend sind, sondern in erster Linie eine ausgewogene Work-Life-Balance, gefolgt vom Führungsstil und der Unternehmenskultur.

Daneben entscheiden offenbar auch die Art der Tätigkeit und die Position, wie zufrieden jemand mit seinem Job ist. Dass Geschäftsführer mit ihrer Beschäftigung sehr zufrieden sind, überrascht wohl die wenigsten. Schließlich genießen sie üblicherweise große Entscheidungsfreiheit bei der Arbeit, erhalten meist ein überdurchschnittliches Gehalt und müssen sich oft nicht mit Weisungen einer übergeordneten Hierarchieebene herumärgern. Aber auch ganz unten in Unternehmenshierarchien gibt es glückliche Angestellte, die vergleichsweise wenig Geld verdienen – studentische Mitarbeiter gehören nämlich zu den zufriedensten Arbeitnehmern. Ebenfalls sehr glücklich mit ihrer Arbeit sind laut dem Job Happiness Index auch Trainer.

Filialleiter und Berufskraftfahrer sind besonders unzufrieden

Man braucht keinen Hochschulabschluss, um im Job glücklich zu sein: Unter den Top 20 der Berufe mit hoher Zufriedenheit finden sich viele klassische Handwerksberufe wie Maurer, Elektriker und Tischler. Für viele überraschend dürfte die Erkenntnis sein, dass auch Lehrer sowie Krankenschwestern und -pfleger oft sehr zufrieden mit ihrem Job sind. Am unteren Ende der Liste stehen Berufskraftfahrer  und Mitarbeiter der mittleren Führungsebene, unter anderem Filialleiter. Das verwundert eher weniger, schließlich sind Arbeitnehmer auf dieser Hierarchiestufe Druck sowohl von oben als auch von unten ausgesetzt und haben gleichzeitig nur wenig eigenen Gestaltungsspielraum. Am untersten Ende der Hierarchie lässt es sich hingegen bequem einrichten, da Mitarbeiter hier kaum Verantwortung tragen müssen und oft nicht übermäßig gefordert werden.

Regionale Unterschiede: Überdurchschnittlich glückliche Arbeitnehmer im Süden

Auch die Region scheint einen Einfluss darauf zu haben, wie glücklich Arbeitnehmer mit ihrem Job sind. In einer hippen Metropole zu arbeiten, macht Menschen offenbar nicht automatisch zufriedener: In Berlin, Hamburg und Düsseldorf liegt die Job-Zufriedenheit unter dem Bundesdurchschnitt. Im gehypten Leipzig sind die deutschen Arbeitnehmer im Schnitt sogar am unglücklichsten. Überdurchschnittlich zufrieden sind hingegen Angestellte in München, Frankfurt am Main, Stuttgart und Köln.

Deutsche im internationalen Vergleich: Echte Miesepeter

Im internationalen Vergleich der Job-Zufriedenheit nimmt Deutschland einen Top-10-Platz ein – allerdings einen ziemlich unrühmlichen: Hinter Japan belegt die Bundesrepublik den zweiten Platz in der Liste der zehn unzufriedensten Länder. Ebenfalls sehr unglücklich sind Arbeitnehmer in Südafrika, Frankreich, Polen und Malaysia. Besonders wohl fühlen sich Angestellte hingegen in Kolumbien, Mexiko, Russland und Irland. Allerdings sollte die Position Deutschland kritisch betrachtet werden. Denn im Vergleich zu anderen Ländern ist die Anzahl der Bewertungen deutscher Arbeitnehmer relativ gering. Und den Deutschen wird ja gerne unterstellt, dass sie lieber meckern als zu loben. Gut möglich also, dass unzufriedene Angestellte ihre Meinung häufiger öffentlich kundtun als diejenigen, die nichts zu beklagen haben.

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