Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Generation Y: Sparen kommt später

Gerade in Zeiten niedriger Zinsen stellt sich die Frage: Lohnt sich das Sparen überhaupt oder soll ich lieber jetzt mein Leben genießen? Junges Paar mit Einkaufstüten in der Hand schaut gemeinsam auf sein Smartphone - CreditPlus Kredit Magazin

 

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wollte herausfinden, wie Verbraucher weltweit zu dieser Frage eingestellt sind und hat eine Online-Umfrage mit über 27.000 Internetnutzern in 22 Ländern durchgeführt. Es ging dabei darum, inwieweit die Befragten der Aussage „Ich will mein Leben heute genießen – um Sparen und Geldanlagen kann ich mir später Sorgen machen“ zustimmten. Besonders auffällig bei den Ergebnissen: Menschen in den Zwanzigern, auch als Generation Y bekannt, halten besonders wenig davon, für die Zukunft vorzusorgen und zu sparen.

Die Generation Y will erst einmal das Leben genießen

International stimmten 41 Prozent der 20- bis 29-Jährigen der Aussage zu. Für sie heißt es: Konsum statt Geldanlage. Die sogenannte Generation Y ist damit am ehesten gewillt, mit dem Sparen noch eine Weile zu warten – insgesamt lag die Zustimmungsquote im internationalen Durchschnitt nur bei 34 Prozent. Auch für die 15- bis 19-Jährigen ist Sparen nicht besonders attraktiv: 37 Prozent stimmten der Aussage zu. Bei den 30- bis 39-Jährigen waren es immerhin noch 36 Prozent. Dagegen sind Menschen ab 50 eher sparsam und nur gut ein Viertel in dieser Altersgruppe konnten sich mit der Aussage „Später sparen, jetzt das Leben genießen“ anfreunden – angesichts der deutlich kürzeren verbleibenden Lebenszeit vermag dieser geringe Anteil durchaus überraschen. GfK-Experte Rolf Bürkl sieht die Einstellung der Generation Y kritisch und erklärt: „Gerade die so genannte Generation Y sollte mit Blick auf das zukünftig noch geringere gesetzliche Rentenniveau privat vorsorgen. Auch wenn Sparen aufgrund der niedrigen Zinsen zurzeit wenig attraktiv ist, wird ihnen das Geld, das sie heute ausgeben und nicht zurücklegen, im Alter für den Konsum fehlen.“

Frauen wünschen sich finanzielle Sicherheit

Im Geschlechtervergleich zeigt sich, dass Frauen häufiger Wert auf finanzielle Absicherung legen und eher zum Sparen neigen: 33 Prozent stimmten der Aussage zu, 40 Prozent lehnten sie ab. Bei den männlichen Befragten hielten sich Zustimmung und Ablehnung dagegen die Waage: 36 Prozent wollten im internationalen Durchschnitt lieber ihr Leben genießen, 35 Prozent stimmten der Aussage dagegen nicht zu und legten mehr Wert darauf, ihr Geld für die Zukunft zu sparen.

Deutsche sind überdurchschnittlich sparsam

Die Umfrage zeigt auch, dass die Deutschen ihrem Ruf als vernünftige Nation und  dem Klischee vom fleißigen Sparer durchaus gerecht werden: Nur gut ein Viertel der befragten Bundesbürger stimmte der Aussage „Ich will mein Leben heute genießen – um Sparen und Geldanlagen kann ich mir später Sorgen machen“ zu, 39 Prozent lehnten sie ab und 31 Prozent waren unentschlossen. In Deutschland ist selbst die in Sachen Sparen und Geldanlage eher uninteressierte Generation Y vernünftiger als ihre Altersgenossen weltweit. Bei den jungen Deutschen halten sich der Fokus auf Geld verprassen und Geld sparen mit 36 und 37 Prozent fast die Waage. Auch Frauen sind hierzulande mit 43 Prozent eher als der internationale Durchschnitt (40 Prozent) gewillt, zu sparen.

Verbraucher in Hongkong sparen am meisten

Finanzielle Absicherung ist für Befragte in Hongkong besonders wichtig: Hier stimmte über die Hälfte der Umfrageteilnehmer (54 Prozent) der vorgelegten Aussage nicht zu. Auch in Tschechien (49 Prozent Ablehnung) und Brasilien (45 Prozent Ablehnung) ist es den Menschen offenbar wichtig, ausreichend Rücklagen zu bilden. Im internationalen Durchschnitt waren es 38 Prozent, die der Aussage eher ablehnend gegenüberstanden, ein Viertel war neutral eingestellt.

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