Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Die Deutschen lieben ihre Autos

Der Deutschen liebstes Kind ist das Auto. Diese alte Redensart hat auch in Zeiten von Carsharing und weitreichender Mobilitätsangebote offenbar ihre Gültigkeit nicht verloren. Kleines Auto mit Herz auf dem Dach

 

Der Deutschen liebstes Kind ist das Auto. Diese alte Redensart hat auch in Zeiten von Carsharing und weitreichender Mobilitätsangebote offenbar ihre Gültigkeit nicht verloren.

Vier von fünf Bundesbürgern besitzen mindestens ein Auto, viele verfügen sogar über mehrere Fahrzeuge, wie eine jüngst veröffentlichte Studie zeigt.

Monatlich knapp 240 Euro laufende Kosten fürs Auto

Ein eigener Pkw ist ganz klar ein Kostenfaktor und das beschränkt sich nicht nur auf den Autokauf: Auf durchschnittlich 239 Euro summieren sich die laufenden Kosten, die  Autobesitzer monatlich für ihr Fahrzeug zahlen. Dies hat das Marktforschungsinstitut GfK im Rahmen einer Untersuchung für die Bank of Scotland ermittelt. Männer geben mit 270 Euro im Schnitt monatlich deutlich mehr für ihr Auto aus als Frauen mit 204 Euro pro Monat. Überraschend ist das nicht, denn viele Frauen bevorzugen kleinere Fahrzeuge als Männer, was sich auch in den Ausgaben für Kfz-Steuer und -Versicherung niederschlagen dürfte. Den Autokauf selbst kann immerhin knapp die Hälfte komplett aus den eigenen Ersparnissen bewerkstelligen. Bei 22 Prozent reichten die vorhandenen Rücklagen nicht ganz aus, sie griffen daher auf eine Teilfinanzierung zurück. Weitere 14 Prozent finanzierten ihren Fahrzeugkauf komplett per Kredit.

Männer bei der Autofinanzierung zu höheren Ausgaben bereit

Angesichts der Fahrzeugpreise, die auch für Gebrauchtwagen nicht selten im fünfstelligen Bereich liegen, überrascht es nicht, dass der Autokauf nach wie vor der häufigste Grund für eine Kreditaufnahme ist. 62 Prozent aller Kredite werden zu diesem Zweck aufgenommen. Im Schnitt können sich die Deutschen mit einer monatlichen Kreditrate von bis zu 237 Euro für die Finanzierung ihres Autos anfreunden. Auch bei der Ratenhöhe zeigt sich wieder, dass Männern ihre Autos offenbar mehr am Herzen liegen als Frauen. Deren Schmerzgrenze liegt bereits bei 198 Euro, während Männer im Schnitt bis zu 266 Euro für das Abbezahlen ihres Autos locker machen würden. Doch trotz aller Kosten: Auf ein Auto verzichten wollen oder können die wenigsten. Insgesamt 80 Prozent der Deutschen sind Autobesitzer. 64 Prozent haben ein Auto, 16 Prozent sogar zwei oder mehr. Allein in Berlin hält sich das Verhältnis von Autobesitzer und Personen ohne eigenes Fahrzeug die Waage, in allen anderen Bundesländern überwiegt der Anteil der Autobesitzer. Ebenfalls am unteren Ende der Liste der Autobesitzer stehen die beiden anderen deutschen Stadtstaaten Bremen und Hamburg. Überraschend ist das nicht, denn generell ist der Anteil der Autobesitzer in Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern mit 69 Prozent deutlich geringer als in Kleinstädten mit weniger als 20.000 Einwohnern.

Besonders viele Zweitwagen in Baden-Württemberg

Die meisten Autobesitzer gibt es überraschenderweise nicht etwa in besonders einkommensstarken Ländern wie Bayern, Hessen oder Baden-Württemberg – sondern im kleinen Saarland. Nur zehn Prozent besitzen hier kein eigenes Auto. Der Bundesländervergleich birgt noch eine Überraschung: Ausgerechnet die als besonders sparsam geltenden Schwaben gönnen sich besonders häufig den Luxus eines Zweitwagens. Jeder vierte Baden-Württemberger besitzt mindestens zwei Autos – in keinem anderen Bundesland ist der Anteil derer, die mehr als ein Auto besitzen so hoch.

Auto vielen wichtiger als Weihnachten

Wie wichtig den Deutschen ihre Autos sind, lässt sich auch an ihrer Bereitschaft zum Verzicht ablesen. 39 Prozent würden zugunsten ihres Autos auf Kurzausflüge verzichten. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) würde sogar große Feste wie Weihnachten oder Geburtstage ausfallen lassen, wenn es um die Finanzierung des eigenen Pkws geht. Bei den Männern liegt sogar jedem Dritten das eigene Auto mehr am Herzen als Weihnachten. Auch beim jährlichen Haupturlaub würden 27 Prozent Abstriche machen, wenn sie zugunsten ihres Autos an anderer Stelle Kosten einsparen müssten. Beim Fernseher hört der Spaß allerdings auf – auf ihn würden nur 13 Prozent verzichten. 

Zurück

Service

schließen