Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Deutsche planen Autokauf – gern per Kredit

Die Deutschen sind ein mobiles Volk. Und am liebsten bewegen sie sich im eigenen fahrbaren Untersatz fort. Das schlägt sich in ihrem Konsumverhalten deutlich nieder. Spielzeugauto auf einem Taschenrechner und einem Kalender

 

Autos und Motorräder stehen für 2018  ganz oben auf der Wunschliste der Deutschen.

Viele Deutsche haben 2018 größere Anschaffungen vor

Sparen ist nach wie vor angesagt in der Bundesrepublik. Laut einer Umfrage der Norisbank will mehr als die Hälfte (52,6 Prozent) der Deutschen auch 2018 Geld zur Seite legen. Aber es gibt auch Bürger, die ganz andere Pläne mit ihren Finanzen haben. Das belegt ein Blick auf das allgemeine Konsumverhalten, dass die Statistiker ebenfalls unter die Lupe genommen haben. Demnach will sich fast ein Viertel der hiesigen Bevölkerung in diesem Jahr größere Anschaffungen gönnen. Damit ist die Konsumlaune gegenüber der vorherigen Umfrage von 2016 angestiegen – von damals 21 Prozent auf aktuell 24 Prozent.

Motorrad- und Autokauf auf Platz eins der Wunschliste

Klare Favoriten in der Einkaufsliste sind Autos und Motorräder. Die möchte sich mehr als die Hälfte der 1.000 Personen ab 18 Jahren zulegen, die vom Marktforschungsinstitut Innofact darauf angesprochen wurden. Gegenüber einer Erhebung von 2014 offenbart sich damit im Konsumverhalten ein Sinneswandel. Seinerzeit wollten die Deutschen vor allem in „Hausbau/Hauskauf/Wohnungskauf“ investieren. Der Autokauf kam lediglich auf den zweiten Platz. Dort stehen 2018 elektronische Geräte (36,5 Prozent), also TV-Geräte, PC oder Smartphones. Das einstige Topthema Immobilienkauf belegt heute Rang drei, zusammen mit dem Antritt einer größeren Reise (jeweils 34,9 Prozent).

Beliebteste Fremdfinanzierung: Der Kredit

Immerhin 27,3 Prozent der Bundesbürger verwirklichen sich ihre Wünsche mit Erspartem. Viele greifen für Anschaffungen aber auch auf einen Kredit zurück. Er wurde in der Umfrage am häufigsten als fremde Finanzierungsquelle genannt. So planen 21,7 Prozent – das ist mehr als ein Fünftel – ein Darlehen bei einem Geldinstitut abzuschließen. Weitere 29,7 Prozent können sich eine solche Kreditaufnahme vorstellen.

Deutlich weniger, nämlich 3,6 Prozent, pumpen lieber Freunde oder Familienmitglieder an. Das gilt allerdings nicht für die 60- bis 69-Jährigen, der ältesten Gruppe unter den Befragten. Sie bitten dreimal so oft (9,7 Prozent) Menschen aus ihrem Umfeld um privat geliehenes Geld. 17,7 Prozent wissen übrigens noch gar nicht, wie sie ihre Anschaffungen bezahlen wollen.

Besonders Männer schätzen die Kreditaufnahme

Eine Kreditaufnahme ist also eine beliebte Finanzierungslösung. Allerdings nicht für jedes Geschlecht gleichermaßen. Vor allem Männer sind davon angetan und mehrheitlich (56,8 Prozent) dafür offen. Unter den Frauen sagen das immerhin 46 Prozent von sich. Auch die Ausbildung spielt hier eine Rolle. So sind (Fach-)Hochschulabsolventen eher für einen Kredit zu haben als der Durchschnitt. 23,2 Prozent der Akademiker planen eine größere Anschaffung mit geliehenem Geld, 41,1 Prozent von ihnen ziehen das zumindest in Erwägung. Und Paare wollen eher (23,1 Prozent) einen Kredit aufnehmen als Singles (16 Prozent).

Ebenfalls fallen geografische Unterschiede auf. Besonders im Osten der Republik sind Darlehen ein großes Thema. Die Bereitschaft zur Kreditaufnahme liegt dort bei 65,4 Prozent. Im Vergleich mit dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung ist sie um 14 Prozentpunkte höher. Besonders auffällig ist in dieser Hinsicht der Unterschied zu den Menschen im Norden der Republik (37,5 Prozent).

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