Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Deutsche kaufen gern im Netz ein

Gut ein Viertel ihrer Einkäufe erledigen die Deutschen über das Internet. Allerdings gibt es beim Onlineshopping große regionale Unterschiede. Frau packt ein Paket aus und freut sich

 

Die Digitalisierung schreitet voran und ändert in vielen Bereichen des Lebens die Spielregeln. Das gilt auch für das Einkaufsverhalten in Deutschland. So ist Onlineshopping bereits für ein Viertel (26 Prozent) der hiesigen Kundschaft eine gern genutzte Alternative zum klassischen Ladenbesuch, wie die Studie „Der digitale Deutsche 2017“ der Postbank zeigt. Und das über alle Altersgrenzen hinweg. Lediglich sieben Prozent der Bundesbürger haben noch nie etwas im Netz bestellt. 

Onlineshopping ist beliebt bei Jung und Alt

Erwartungsgemäß steht Onlineshopping vor allem bei der jüngeren Generation hoch im Kurs. So hat die Untersuchung gezeigt, dass genau ein Drittel (33 Prozent) der 18- bis 34-Jährigen seine Einkäufe über das Internet tätig. Doch auch die Älteren (ab 35 Jahre aufwärts) tun das immerhin zu gut einem Viertel (24 Prozent). Die Unterschiede fallen also nicht besonders groß aus.

Stärker ausgeprägt sind die Unterschiede hingegen beim Thema Surfen im Internet. Während die jüngere der beiden Altersklassen (Digital Natives) wöchentlich durchschnittlich 55 Stunden online unterwegs ist, verbringt die ältere (Digital Immigrants) dort lediglich 39 Stunden. Für Dr. Thomas Mangel, Chief Digital Officer bei der Postbank, ergibt sich daraus die Erkenntnis: „Der Trend zum Online-Shopping ist altersübergreifend und korreliert nicht direkt damit, wie intensiv das Internet allgemein genutzt wird.“

Auf die Region kommt es an

Die Nutzung des Onlinehandels ist also nicht unbedingt eine Frage des Jahrgangs – eine des Wohnorts aber schon. Besonders in Hessen wird oft im Internet bestellt. Dort erledigen bereits 30 Prozent der Einwohner ihre Einkäufe auf digitalen Wegen. Knapp dahinter folgen die Menschen in Baden-Württemberg sowie Berlin (beide 28 Prozent). Auf den hinteren drei Plätzen rangieren Brandenburg mit 24 Prozent und die Nordlichter Schleswig-Holstein und Hamburg mit jeweils 22 Prozent.

Großstädter kaufen besonders gerne online ein

Interessant: Das örtliche Angebot an Einkaufsmöglichkeiten hat keinen Einfluss auf die Lust am Onlineshopping. Denn das ist – Hamburg ausgenommen – ausgerechnet in den Großstädten mit ihren Fußgängerzonen und Malls besonders beliebt. Im Rahmen der Studie wurden zehn deutsche Metropolen diesbezüglich genauer unter die Lupe genommen. In der Hälfte von ihnen wird häufiger online eingekauft als im Bundesdurchschnitt (27 Prozent). Auch in dieser Kategorie führt eine hessische Stadt das Ranking an.

  1. Frankfurt am Main: 36 Prozent
  2. Leipzig: 30 Prozent
  3. Berlin: 28 Prozent
  4. München: 28 Prozent
  5. Dortmund: 28 Prozent
  6. Düsseldorf: 27 Prozent
  7. Köln: 25 Prozent
  8. Stuttgart: 25 Prozent
  9. Essen: 25 Prozent
  10. Hamburg: 22 Prozent

 

Das Smartphone ersetzt den Einkaufsbummel

Am meisten wird mit mobilen Geräten online eingekauft. 70 Prozent der Onlinekunden setzten dafür ihre Smartphones ein. Besonders oft tun sie das – wieder in Hessen. 84 Prozent der Frankfurter, der Online-Metropole Nummer eins, kaufen auf diese Weise ein.

Wie erklärt sich der Trend zum mobilen Onlineshopping? Die Antwort von Dr. Thomas Mangel lautet: „Der Großstadtbewohner von heute läuft an Geschäften vorbei und kauft dabei im Internet ein. Oder gleicht beim Shoppen in der City das Angebot im Geschäft mit dem im Netz ab – immer bestrebt, die größtmögliche Auswahl zu erlangen.“

Was in den digitalen Warenkörben steckt – und was nicht

Am häufigsten gehen Bücher, DVDs, CDs und Videospiele über die virtuellen Ladentische. 68 Prozent dieser Waren finden heute über digitale Vertriebswege zu den Kunden. Und mehr als die Hälfte der Deutschen kauft Unterhaltungselektronik sowie Elektro- und Haushaltsgeräte online ein. 40 Prozent lassen sich Bekleidung und Schuhe schicken.

Geht es um Lebensmittel und Drogerieartikel, dann gehen die Deutschen aber lieber ins stationäre Geschäft als ins Internet-Kaufhaus. Das gilt ebenso bei Gesundheits- und medizinischen Erzeugnissen sowie Möbeln und Wohnaccessoires. 

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