Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Deutsche geben wieder mehr Geld aus

Die Konsumausgaben privater Haushalte haben im Jahr 2015 preissteigerungsbereinigt um 1,9 Prozent zugelegt – so stark wie seit 15 Jahren nicht mehr. Junge Frau mit vielen Tüten in der Hand beim Shoppen - CreditPlus Kredit Magazin

 

Die Deutschen haben offenbar den Spaß am Geldausgeben wiederentdeckt. Gemessen in den tatsächlichen Preisen stieg der private Konsum 2015 sogar um 2,6 Prozent. Dies geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. 

Geringe Arbeitslosigkeit und niedrige Zinsen sorgen für Kauflaune

Für den gestiegenen privaten Konsum gibt es mehrere Gründe. Die historisch niedrigen Zinsen ermöglichen Verbrauchern günstige Kredite. Womöglich hat sich also der eine oder andere Deutsche angesichts der guten Finanzierungsmöglichkeiten 2015 dazu entschlossen, sich endlich einen langgehegten Wunsch, beispielsweise ein neues Auto, zu erfüllen. Zudem stand vielen Deutschen im vergangen Jahr mehr Geld zur Verfügung als zuvor, da sie den Weg aus der Arbeitslosigkeit gefunden haben. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg 2015 auf ein Rekordhoch von über 43 Millionen. Hinzu kommt die relativ niedrige Inflation im Jahr 2015 von 0,3 Prozent: Da die Lebenshaltungskosten nur minimal stiegen, blieb vielen Deutschen mehr Geld zum Ausgeben. Vor allem der niedrige Ölpreis sorgte dafür, dass viele mehr Geld in der Tasche beziehungsweise auf dem Konto hatten, da die Ausgaben fürs Tanken und Heizen sanken.

Kneipe und Urlaub: Die Deutschen lassen es sich gut gehen

Insgesamt beliefen sich die privaten Konsumausgaben 2015 auf 1,63 Billionen Euro. Naturgemäß entfällt ein erheblicher Anteil der Ausgaben auf den Bereich Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe. Insgesamt erhöhten sich die Ausgaben hierfür allerdings nur um 1,1 Prozent – dem Ölpreis sei Dank. In vielen Fällen blieb also mehr Geld für die schönen Dinge des Lebens – beispielsweise ein gutes Essen im Restaurant, ein netter Abend in der Kneipe oder vielleicht sogar ab und zu ein kleiner Kurzurlaub. Mit einem Plus von sechs Prozent entfiel der stärkste Anstieg auf Ausgaben für Beherbergung und Gastronomie. Statt sich über die niedrigen Zinsen auf das Ersparte zu ärgern, ließen es sich die Deutschen scheinbar lieber gut gehen. Und diejenigen, die keine Restaurant- oder Kneipengänger sind, sorgten offenbar in den eigenen vier Wänden für Gemütlichkeit und Komfort: Für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte gaben die Deutschen 2015 3,4 Prozent mehr Geld aus als im Jahr zuvor.

Konsumlaune hält weiter an

Die Kauflaune der Deutschen scheint im laufenden Jahr noch weiteren Auftrieb zu bekommen. Darauf deutet eine aktuelle repräsentative Studie der CreditPlus Bank hin. Dem zweimal jährlich erstellten CreditPlus Verbraucherindex zufolge planten Anfang 2016 60 Prozent der Befragten in den kommenden drei Monaten größere Ausgaben für ein Fahrzeug, Möbel, teure Elektrogeräte oder eine Reise. Ein halbes Jahr zuvor, im Herbst 2015, hatten dies nur 55 Prozent vor. Jeder Dritte plante sogar mehrere größere Anschaffungen. Insbesondere die Lust am Reisen ist offenbar gewachsen. 28 Prozent wollten in den kommenden Monaten mindestens 1.250 Euro für eine Reise ausgeben. Ein halbes Jahr zuvor lag der Wert mit 21 Prozent noch deutlich niedriger. Auch die Zahl derer, die vor hatten, ihr Zuhause mit neuen Möbeln auszustatten, ist gestiegen – von 35 auf 38 Prozent. Vor einem Jahr waren es allerdings mit 41 Prozent noch deutlich mehr, die in ihre Inneneinrichtung investieren wollten. Möglicherweise haben einige Befragte ihre Absicht inzwischen in die Tat umgesetzt und planen daher keine weiteren Möbelkäufe. 

Das vermeintlich liebste Kind der Deutschen, das Auto, steht ebenfalls nach wie vor hoch im Kurs: 16 Prozent planten Anfang des Jahres einen Fahrzeugkauf in den kommenden Monaten. Und viele davon haben eine feste – und nicht gerade günstige – Vorstellung von ihrem zukünftigen Fahrzeug. Für 65 Prozent der potenziellen Autokäufer muss es auf jeden Fall ein Neuwagen sein, jeder Zweite plant mehr als 12.500 Euro für sein nächstes Auto auszugeben.

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