Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Das kostet Fans die Bundesliga-Saison

Fußballfan zu sein, ist eine Herzensangelegenheit. Die Liebe zum Lieblingsverein kostet nämlich nicht nur jedes Wochenende während der Bundesliga-Saison Nerven, sondern auch einiges an Geld. Rasen im Fussballstadion

 

Wie viel sich Fußballfans die Bundesliga-Saison kosten lassen, hat die Unternehmensberatung PwC in einer aktuellen Untersuchung ermittelt.

Prosecco statt Bier? Frauen geben mehr Geld für Verpflegung aus als Männer

Selbst manchen Fußballfans dürfte nicht genau bewusst sein, wie viel Geld sie pro Saison in ihren Lieblingsverein investieren. Die Untersuchung der Unternehmensberater macht allerdings klar, dass es nicht nur die Fernsehrechte, der Vertrieb von VIP-Paketen oder Sponsoring sind, die große Summen in die Kassen der Bundesliga-Vereine spülen. Ein nicht unerheblicher Teil der Einnahmen stammt aus den Taschen der Fußballfans mit großer Vereinsliebe. Für die ist eine Dauerkarte fürs Stadion unerlässlich. Im Schnitt schlägt diese bei deutschen Erstliga-Vereinen mit 326,80 Euro pro Saison zu Buche. Zum Stadionbesuch gehört natürlich die obligatorische Bratwurst und ausreichend Bier oder Cola, um die Stimme für die Fangesänge zu ölen. Pro Spieltag geben Fußballfans PwCs Befragung zufolge im Schnitt 42,20 Euro für ihre Verpflegung aus. Bemerkenswerterweise gönnten sich die befragten Frauen mit durchschnittlich 45,90 Euro sogar mehr als die Männer (39,70). Bei 17 Heimspielen pro Saison summieren sich also die Kosten für Fanverpflegung in fester und flüssiger Form auf rund 700 Euro.

Kosten im vierstelligen Bereich pro Bundesliga-Saison

Und wer im Stadion mit seinem Verein triumphiert und leidet, will in den meisten Fällen seine Vereinsliebe auch optisch zeigen – egal, ob durch das Trikot des Lieblingsspielers, einem Fan-Schal oder andere Devotionalien in den Vereinsfarben. Und auch das geht ins Geld: 85,40 Euro gibt ein Durchschnittsfan pro Bundesliga-Saison für Fanartikel aus. Damit summieren sich die Kosten für ein Jahr Fanliebe bei einem Erstligisten bereits auf mehr als 1.100 Euro. Richtig leidenschaftliche Fans, die ihren Verein auch bei Auswärtsspielen unterstützen, investieren sogar noch deutlich mehr Geld. Der Trip zum Lokalderby in der Nachbarstadt reißt vielleicht keine größeren Löcher in die Kasse. Im Schnitt geben Fußballfans jedoch knapp 70 Euro nur für die Anreise zu einem Auswärtsspiel aus. Hinzu kommen die Kosten für die Eintrittskarte, die nicht über die Dauerkarte abgedeckt ist, und Ausgaben für die Verpflegung auf der Auswärtsfahrt. Pro Auswärtsspiel können so leicht zusätzliche Kosten in Höhe von 150 Euro hinzukommen.

PwC: Bedürfnisse der Fußballfans nicht aus den Augen verlieren

Angesichts dieser Beträge ermahnen die Verfasser der Studie die Vereine, die Bedürfnisse der Fans nicht aus den Augen zu verlieren und Erlöspotenziale nicht zu überreizen. Denn auch die Vereinsliebe leidenschaftlicher Fußballfans kennt offenbar Grenzen. „Die Einführung von Montagsspielen ab der Saison 2017/18 sehen gut 70 Prozent aller Dauerkartenbesitzer skeptisch. Und von denen lassen wiederum 44 Prozent offen, ob sie sich auch in Zukunft eine Jahreskarte kaufen werden – während sieben Prozent sogar meinten, wegen der Montagsspiele künftig keine Dauerkarte mehr erwerben zu wollen. Das ist ein Warnsignal an die Vereine“, so Werner Ballhaus, Leiter für Medien- und Unterhaltungsindustrie bei PwC Deutschland. Und letztlich würde ein Abspringen der Fans nicht nur finanzielle Einbußen für den Verein selbst, sondern auch für die lokale Wirtschaft bedeuten. Schließlich profitieren auch zahlreiche Unternehmen vor Ort von den Heimspielen.

Bis zu einem gewissen Grad zeigen viele Fans allerdings sogar Verständnis für die viel gescholtene Kommerzialisierung des Fußballs. Wenn der Lieblingsverein neue Einnahmequellen erschließt, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, ist dies für 56 Prozent der Fans legitim. 

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