Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Auto-Rabatte 2017 auf Rekordhoch

Dieselgate hat auch eine gute Seite: Die Auto-Rabatte fallen 2017 so großzügig aus wie nie zuvor. Wie viel Verbraucher beim Kauf eines Neuwagens sparen können, zeigt eine aktuelle Studie. Cabrio auf einem Geldstapel in der Hand eines Mannes

 

Besitzer von Dieselfahrzeugen sind verunsichert, Autohändler fürchten um ihre Werte. Um die Auswirkungen des Abgasskandals aufzufangen, überschlagen sich die Hersteller mit Auto-Rabatten. Der monatlich vom CAR Institut der Universität Duisburg-Essen erstellte Rabatt-Index macht deutlich, wie günstig der Autokauf derzeit sein kann.

CAR-Rabatt-Index zeigt historischen Höchstwert

Den CAR-Rabatt-Index gibt es seit 2010. Damals wurde er mit einem Startwert von 100 angelegt. Das CAR Institut (kurz für: Center Automotive Research) beobachtet seitdem die Rabattangebote auf dem deutschen Automarkt. Steigt der Wert auf über 100 gibt es entsprechend mehr Auto-Rabatte als im Jahr 2010; fällt er darunter, ist dies ein Indikator für weniger angebotene Preisnachlässe.

Im August 2017 erreichte der Index erstmals die 150-Punkte-Marke. Dieses Ergebnis wurde im Folgemonat noch einmal übertroffen: Im September kletterte der CAR Rabatt-Index direkt auf einen neuen historischen Höchststand von 152 Punkten. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Im September konnten die Forscher ganze 636 Rabattaktionen für Autokäufer ausfindig machen. Grund dafür sind vor allem die vielen Umwelt- und Abwrackaktionen, die im Zuge des Dieselskandals angestoßen wurden.

Auto-Rabatte senken Preise teilweise fast um die Hälfte

Die Auto-Rabatte fallen je nach Hersteller und Fahrzeugmodell unterschiedlich hoch aus. Im Durchschnitt erhalten Verbraucher durch entsprechende Sonderaktionen beim Autokauf aktuell 16,1 Prozent Rabatt. Im Vorjahr waren es lediglich 12,7 Prozent. Teilweise können die Rabattaktionen den Listenpreis sogar beinahe  halbieren, wie folgende Beispiele zeigen:

  • Skoda Octavia für rund 9.400 Euro = 46 % Rabatt
  • Audi A4 Avant für rund 20.400 Euro =  40 % Rabatt
  • Opel Insignia für rund 16.200 Euro = 38 % Rabatt
  • BMW 116t für rund 18.000 Euro = 27 % Rabatt

Insgesamt gewähren derzeit 25 verschiedene Autobauer Rabatte auf ihre Wagen. Diese 25 Hersteller decken 95 Prozent des gesamten Marktes ab. Preisnachlässe sind für Autokäufer derzeit also schon fast vorprogrammiert.

Rabatte sind meist an Bedingungen geknüpft

Da der Abgasskandal der Hauptauslöser der Rabattwelle war, sind die Sonderaktionen häufig an entsprechende Bedingungen geknüpft – allerdings nicht immer. So gewähren viele Hersteller im Jahr 2017 vor allem dann Auto-Rabatte, wenn das alte Dieselfahrzeug verschrottet wird. Das ist beispielsweise bei VW, Ford und Opel der Fall. Allerdings nehmen einige Händler moderne Diesel nach Euro-4-Norm mit entsprechend hohem Restwert auch noch in Zahlung. So können Kaufinteressenten mit relativ neuen Dieselautos bei BMW, Mercedes, Renault, Hyundai, Mazda und Toyota teilweise sehr gute Deals machen.

Niedrige Zinsen machen Autokauf noch günstiger

Doch auch für diejenigen, die keinen alten Diesel abstoßen möchten oder keinen Neuwagen erstehen wollen, ist der Zeitpunkt für den Autokauf gerade günstig. Denn Autokredite sind nach wie vor zu so attraktiven Konditionen zu haben wie selten zuvor. Die Zinsen für eine Autofinanzierung bewegen sich aktuell um die Drei-Prozent-Marke – so niedrig wie seit vier Jahren nicht mehr. Entsprechend stieg die Nachfrage für Autokredite um ein Viertel an. Ob die Autofinanzierung direkt beim Händler oder über einen Kredit von der Bank die bessere Wahl ist, müssen Verbraucher allerdings individuell entscheiden. Eine allgemeine Empfehlung gibt es hierfür nicht, da verschiedene Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Preisnachlässe dauern nicht ewig

Voraussichtlich wird ein Großteil der Umweltaktionen zum Jahresende auslaufen. Sie sollten also davon ausgehen, dass die Auto-Rabatte im kommenden Jahr geringer ausfallen werden als 2017. Die Kreditzinsen schwanken naturgemäß und sind aktuell bereits wieder leicht angestiegen, aber immer noch sehr günstig. Auch wenn zahlreiche Finanzexperten vorerst nicht von deutlich steigenden Zinsen ausgehen: Garantien für dauerhaft günstige Autofinanzierungsmöglichkeiten gibt es nicht.

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