Kategorie: Zahlen, Daten, Fakten

Altersvorsorge: Wie die Deutschen sparen

Private Altersvorsorge wird immer wichtiger und ist daher eines der bedeutendsten Sparziele der Deutschen. Doch wie genau wird für den Ruhestand gespart? Sparschwein mit Euroscheinen

 

Anlässlich des Weltspartags am 30. Oktober hat sich der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) das Sparverhalten der Deutschen genauer angeschaut. Das Ergebnis: Die meisten Deutschen sparen noch immer kräftig, wo sie können. Aufgrund der Niedrigzinsen und des oftmals geringen Einkommens bleibt aber für eine solide Vorsorge zu wenig hängen.

Private Haushalte haben ein Gesamtvermögen von 14,2 Milliarden Euro

Die Bundesbürger sparen auf verschiedene Weise, um fürs Alter vorzusorgen. Ende 2016 hatten sie ein Gesamtvermögen von rund 14,2 Milliarden Euro angehäuft. Dieses Vermögen setzt sich allerdings aus sehr ungleichen Teilen zusammen:

  • 52 Prozent Immobilienvermögen
  • 39 Prozent Geldvermögen
  • 9 Prozent Gebrauchsvermögen

Das Immobilienvermögen besteht zu etwa zwei Dritteln aus Gebäuden und zu etwa einem Drittel aus Ländereien. Das Gebrauchsvermögen umfasst Güter wie etwa Automobile, Möbel, aber auch Rechte an geistigem Eigentum. Spannend wird es bei der Zusammensetzung des angesparten Geldvermögens:

  • 39,5 Prozent Bankeinlagen
  • 38,4 Prozent Versicherungen
  • 21,1 Prozent Wertpapiere

Beliebteste Sparform bleibt die Bankeinlage

121,5 Milliarden Euro an Ersparnissen liegen bei Deutschen Banken – Tendenz steigend. Dabei verlieren langfristige Einlagemodelle wie Sparbrief und Spareinlagen deutlich an Attraktivität. Stattdessen werden vermehrt Einlagemöglichkeiten mit schneller Verfügbarkeit gewählt. Diese recht sicheren Anlageformen bringen allerdings nur geringe Zinsen und genügen daher in aller Regel nicht für eine ausreichende Altersvorsorge. 

Versicherungen verlieren an Popularität

Der Staat fördert die private Altersvorsorge durch Versicherungen wie die Riester-Rente. Dieses Modell genießt generell eine hohe Akzeptanz – aktuell gibt es rund 16,5 Millionen Riester-Verträge. Dennoch werden tendenziell immer weniger Rückstellungen als Versicherungsvermögen gebildet: Im ersten Quartal 2017 etwa drei Milliarden Euro weniger als im Vergleichszeitraum 2016.

Aktien und Wertpapiere immer gefragter

Aktien und Wertpapiere sind mit relativ hohen Risiken verbunden, versprechen dafür aber bessere Gewinne. Das mag einer der Gründe sein, warum diese Anlageform sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit erfreut, wenngleich die Bundesbürger 2016 nur 32,5 Milliarden in Wertpapiere steckten – im Vergleich zu 49,6 Milliarden im Jahr 2015. Risikoarme, gering verzinste Rentenpapiere hingegen werden vermehrt abgestoßen.

Sparquote: Knapp 10 Prozent des Einkommens werden gespart

Die sogenannte Sparquote beschreibt, wie viel Prozent des verfügbaren Einkommens als Erspartes zur Seite gelegt werden. Seit 2014 ist diese Quote recht stabil und liegt derzeit bei etwa 9,7 Prozent. Dabei ist es aber wichtig zu bedenken, dass die absoluten Zahlen sehr unterschiedlich sind: Geringverdiener mit einem Monatseinkommen von 1.000 Euro können auch dann nicht ausreichend fürs Alter vorsorgen, wenn sie ein Zehntel ihrer Einkünfte sparen. Besserverdiener hingegen könnten auch mit prozentual geringeren Sparbemühungen für die Absicherung im Ruhestand sorgen.

Große Diskrepanzen beim Sparverhalten zwischen den Einkommensklassen

Die Sparlücke ist zwar im Vergleich zum Vorjahr etwas kleiner geworden, aber dennoch bleiben die Bundesbürger durchschnittlich jeden Monat 72 Euro unter ihrem angestrebten Sparziel. Anteil daran hat auch der steigende Prozentsatz von Nichtsparern in einkommensschwachen Schichten: 36 Prozent der Deutschen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro sparen überhaupt nicht. Auch die Personen mit einem Einkommen von bis zu 2.000 Euro im Monat legen immer weniger zurück, denn die niedrigen Zinsen machen das Sparen kleiner Beträge zunehmend unattraktiv. In Anbetracht eines voraussichtlich sinkenden Rentenniveaus brauchen aber gerade Geringverdiener das Sparen für die Altersvorsorge.

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